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Angstfrei durch Rollenspiele

Neues Selbstverteidigungsprogramm gibt Kindern Sicherheit Kinder haben mittlerweile fast täglich mit Gewalt zu tun: Von Hänseleien im Klassenzimmer über Prügeleien auf dem Schulhof, Abziehdelikten auf dem Heimweg bis hin zu sexuellen Übergriffen – die Palette an Gewalttaten ist groß. Genau aus diesem Grund hat die Europäische WingTsun Organisation (EWTO) das so genannte Kids-WingTsun entwickelt – ein Bewegungsangebot für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren mit Schwerpunkt Selbstbehauptung.

Kinder haben mittlerweile fast täglich mit Gewalt zu tun: Von Hänseleien im Klassenzimmer über Prügeleien auf dem Schulhof, Abziehdelikten auf dem Heimweg bis hin zu sexuellen Übergriffen – die Palette an Gewalttaten ist groß. Genau aus diesem Grund hat die Europäische WingTsun Organisation (EWTO) das so genannte Kids-WingTsun entwickelt – ein Bewegungsangebot für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren mit Schwerpunkt Selbstbehauptung.

Kathrin ist in der vierten Klasse. Als sie eines Morgens in der Pause die Mädchentoilette aufsucht, wartet da bereits ihr Klassenkamerad Torben und versperrt ihr den Weg zum Klo. Sie ist unsicher, weiß nicht wie sie sich gegen den wesentlich stärkeren Torben durchsetzen soll und macht in ihrer Not in die Hose. Sie schämt sich vor den anderen Kindern, hat Angst, dass das noch mal passiert und traut sich kaum noch in die Schule ...

Diese oder ähnliche Geschichten hören Kids-WingTsun-Lehrer ziemlich oft in ihren Kursen. Doch während Lehrer und Eltern mit dieser Situation häufig überfordert sind, gehen die WingTsun-Trainer konkret auf die einzelnen Vorfälle ein und erarbeiten gemeinsam mit den Kindern verschiedene Lösungswege, die sie anschließend in der Gruppe praktisch durchspielen. Dadurch bekommen die Kids hilfreiche Lösungsvorschläge an die Hand, die sie bei der nächsten brenzligen Situation effizient umsetzen können.
Der zweite Teil des Trainings kombiniert die Elemente der Kampfkunst WingTsun mit Gruppenspielen. Das Ziel: die Motorik und das Körpergefühl der Kinder zu verbessern und ihnen Spaß an der Bewegung zu vermitteln, wodurch sie ihr Selbstbewusstsein steigern. Auch Fairness und gutes Benehmen spielen in jedem Unterricht eine entscheidende Rolle.

Mit ihrem neuen Kids-WingTsun-Programm will die EWTO dazu beitragen, dass aus den Kindern von heute aufrechte und selbstbewusste Menschen von morgen werden, die in der Lage sind, ihre und die Interessen anderer adäquat durchzusetzen. Entwickelt wurde das Konzept in Zusammenarbeit mit Pädagogen, Medizinern, Psychologen, Kinesiologen, Ergotherapeuten und Polizisten. Es umfasst die verschiedensten Inhalte: Von Selbstverteidigungs-Anwendungen über Tastübungen, Ringkampfspielen bis hin zu theoretischen, aufklärenden Themen, wie z.B. „Wie entsteht ein Streit“ oder „Was passiert, wenn man Alkohol trinkt.“
Darüber hinaus gibt es „Themenmonate“ in denen Begriffe wie Respekt, Disziplin, Toleranz oder Fleiß erklärt und gemeinsam diskutiert werden. Ziel ist es, die besprochenen Themen in den Alltag der Kinder zu integrieren. Um das zu fördern, bekommen die Kids eine Art Belohnungs-Button, z.B. für den fleißigsten Schüler des Kurses. Unterstützt werden sie dabei von den beiden Comic-Figuren Si-Je und Si-Hing, die die Lerninhalte auf bunten Plakaten kindgerecht veranschaulichen.

Da Kids-WingTsun über das klassische Sporttraining hinausgeht, müssen alle WingTsun-Neulinge bis zu drei Probestunden absolvieren. Nur so hat der Trainer die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit und den Charakter des Kindes richtig einzuschätzen. Ein motorischer Test soll außerdem Aufschluss über die körperliche Fitness geben und schwerwiegendere Probleme von Anfang an ausschließen.

Der Test wurde gemeinsam mit Physiotherapeuten entwickelt und umfasst Übungen wie Rückwärtslaufen, auf einem Bein stehen oder sich mit geschlossenen Augen an die Nase fassen. Erst nach diesem Test und einem ausführlichen Beratungsgespräch mit den Eltern folgt die offizielle Anmeldung.

Die Kids-WingTsun-Schülergrade

Kids-WingTsun ist in 12 Schülergrade unterteilt. Jeder Schülergrad hat ein definiertes Lernziel. Um einen Grad zu erreichen, müssen die Kids eine Prüfung ablegen, die sowohl einen praktischen als auch einen theoretischen Teil umfasst und Aufschluss über die Lernerfolge geben soll. Wer den Test besteht, erhält eine Urkunde und rutscht einen Schülergrad höher. Nach Erreichen des 12. Schülergrads wechseln die Kinder automatisch ins Erwachsenen-WingTsun.

Unterrichtet wird das neue Programm bereits von rund 300 WingTsun-Trainern in über 250 Städten Deutschlands. Die meisten WingTsun-Schulen bieten spezielle Informationsabende oder telefonische Beratungsgespräche für Eltern an.

 

WT auf einen Blick

Hier finden Sie die Geschichte, die Technik und Beispiele der Anwendung kurz und präzise in einem Text zusammengefasst. Die kurze Antwort auf "Was ist WingTsun".

Die Geschichte
WT (WingTsun) wurde vor über 250 Jahren von der Nonne NG Mui aus dem Shaolin-Kloster in China entwickelt, um sich auch gegen männliche Angreifer erfolgreich verteidigen zu können. Benannt wurde das neue Kampfsystem nach ihrer ersten Schülerin Yim WingTsun, was übersetzt „Schöner Frühling“ bedeutet.

Die Technik
WT ist kein Wettkampfsport, sondern auf die Selbstverteidigung spezialisiert. Von einer Frau erfunden, bedarf es nicht Kraft oder Akrobatik um den Gegner zu besiegen, vielmehr nutzt man die Kraft des Angreifers und lenkt sie gegen ihn.

Die Anwendung
Die Reihe der Spezialeinheiten, die WT für sich entdeckt haben, zeugt von der Verlässlichkeit des Systems. So gehört WT nicht nur zum Trainingsprogramm der deutschen Sondereinsatzkommandos, auch die französischen und italienischen Eliteeinheiten (RAID, N.O.C.S.) und das amerikanische Geiselbefreiungsteam des FBI haben diese Kampfkunst für sich entdeckt.

 

Gewalt unter Jugendlichen steigt

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2006 ist die Zahl der jugendlichen Gewalttäter gestiegen. Im Bereich der einfachen Körperverletzungen haben sich die Straftaten um 2,7 Prozent erhöht, die Zahl der jungen Tatverdächtigen ist um 4,6 Prozent gestiegen.

Abziehdelikte, Prügeleien oder Mobbing gehören auf den meisten deutschen Schulhöfen mittlerweile schon zum Alltag. Die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen ist deutlich gestiegen. Darüber hinaus kamen im vergangenen Jahr mehr Hieb- und Stichwaffen zum Einsatz.
Eine Untersuchung des Robert-Koch-Institutes in Berlin hat ergeben, dass jedes fünfte Kind in Deutschland psychisch auffällig ist, was sich vor allem im Sozialverhalten äußert. Sie stehlen, betrügen, lügen, schlagen, beißen, treten und reagieren oft äußerst aggressiv. Jedes fünfte Kind der ernsthaft sozial Gestörten wird später sogar kriminell, berichtet die Süddeutsche.

Wie die Beratungsstelle der Polizei erklärt, haben Kinder und Jugendliche ein zwei- bis dreimal höheres Risiko, Opfer von Straßenraub und Körperverletzungen zu werden als Erwachsene. Dabei sind die Erscheinungsformen sehr vielfältig: Von verbaler Aggression, Bedrohung, Nötigung, Sachbeschädigung bis hin zu Raubdelikten und Erpressung. Ebenso vielfältig sind die Ursachen der verübten Gewalttaten: Gewalt in der Familie, Gruppenzwänge, unstrukturiertes Freizeitverhalten, Rollenunsicherheit, Erlebnishunger oder veränderte Werte.

 

Gewaltvideos zur Unterhaltung

Auch das so genannte „Funny Slapping“ wird immer populärer: Jugendliche filmen ihre Gewalttaten mit ihrem Videohandy und brüsten sich damit vor Freunden und Klassenkameraden. Nicht selten kommt es in den Videos auch zu sexuellen Übergriffen, denn zu den Opfern zählen vor allem Mädchen. Während es anfangs noch „normale“ Schlägereien waren, denken sich die Jugendlichen mittlerweile schon richtige Drehbücher aus. Gewalt dient zur Unterhaltung, die Videos gelten als eine Art Trophäe und sollen das Ansehen der Täter in der Clique steigern. Durch das Versenden der Filme an Freunde und Bekannte wird das Handy zur Waffe, die den vermeintlichen „Gegner“ denunzieren soll.

„Eine wirksame Bekämpfung der Gewaltkriminalität bei Jugendlichen gehört zu den wichtigsten Herausforderungen unseres demokratischen Staates“, erklärt die Polizei in einem Artikel zum Thema „Gewalt an Schulen“.

 

Verteidige Dich! – Täter hassen Gegner

Neues Selbstverteidigungsbuch für Frauen erschienen Jedes Jahr werden in Deutschland 500.000 Frauen Opfer von sexuellem Missbrauch oder Vergewaltigung, schätzen Experten. Viele dieser Verbrechen wären zu verhindern, wenn die Frauen sich verteidigen könnten – denn Täter suchen Opfer, keine Gegner. Leider wurde das Thema Selbstverteidigung von vielen Verlagen gemieden. Bis jetzt, denn mit „Verteidige Dich – Selbstverteidigung für Frauen“ ist nun ein Ratgeber erschienen, der mit beiliegender CD-ROM sogar Lehrvideos bietet. Dabei lernen die Leserinnen nicht nur, sich gegen gewalttätige Angriffe zu wehren, sondern auch, durch ihr Verhalten mögliche Täter von vornherein abzuschrecken. Denn die effektivste Verteidigung ist die Prävention: es gar nicht so weit kommen zu lassen.

„Alle bisherigen Bücher über Selbstverteidigung sind so gestaltet, dass ein für viele Frauen wichtiges Thema tabuisiert wird“, erklärt Professor Keith R. Kernspecht, der zusammen mit André Karkalis, einer Trainerin für Selbstbehauptung und einem Polizeiexperten den Ratgeber entwickelt hat. „Verteidige Dich³“ unterscheidet sich vor allem dadurch, dass es nicht auf komplizierte Kampftechniken setzt, an die sich die Frau im entscheidenden Moment nicht erinnern kann, weil sie in Panik ist.

Wer sich schützen will, muss von vornherein aktiv werden, raten die Autoren, die ihr Buch in drei Phasen unterteilt haben. In der ersten geht es darum, die persönlichen Grenzen zu ziehen und an dem eigenen Auftreten zu arbeiten. Der Leserin wird klar, Selbstverteidigung beginnt bereits lange bevor ein Täter sie bedroht. Kapitel über Täter-Opfer-Verhalten, Körpersprache und der weiblichen Intuition als „Frühwarnsystem“ für gefährliche Situationen stärken das Selbstbewusstsein.

In Teil zwei des Buches lernt frau, wie sie in Alltagssituationen ihre „Grenzen bewacht“.
Hier geht es primär um Rhetorik, die zumeist gegen Bekannte oder Verwandte eingesetzt werden muss, da 75 Prozent aller Übergriffe von ihnen ausgehen. Was viele Frauen nicht wissen: Der oft gefürchtete Fremdtäter in Park oder Tiefgarage ist die Ausnahme.

Erst wenn auch entschlossenes Auftreten nicht hilft, kommt es zum Einsatz der in Phase drei beschriebenen Kampftechniken. Unter dem Motto: „Grenzen verteidigen“ werden hier die wichtigsten Techniken der chinesischen Kampfkunst WingTsun genau beschrieben und im Video demonstriert. Keith R. Kernspecht ist Großmeister dieser Kampfkunst und hält diese für besonders geeignet für Frauen: „WingTsun wurde von zwei Frauen entwickelt, um sich effektiv gegen stärkere Angreifer wehren zu können. Dabei kommt es nicht auf Körperkraft, sondern auf intelligente Technik an. Viel wichtiger als ein harter Fauststoß ist aber das Selbstbewusstsein, dass man durch das Training erlangt, denn das ist es, was Täter abschreckt.“

 

BlitzDefence – Angriff ist die beste Verteidigung

Interview mit dem Autor Keith R. Kernspecht Professor Kernspecht, Sie sind Dozent für Pädagogik und Kampfkünste an mehreren ausländischen Universitäten. Worum geht es in Ihrem Buch „BlitzDefence – Angriff ist die beste Verteidigung“?

Kernspecht: Es geht mir darum, dem friedlichen Bürger einen Einblick in die Methoden von Schlägern zu geben und eine praktische Hilfe, um sich in dieser typischen Angriffssituation zu behaupten.

Also geht es um Selbstverteidigung. Ist das nicht ein Bereich, der bereits durch genügend Literatur abgedeckt ist?

Kernspecht: Es existiert eine Unmenge an Literatur über diverse Selbstverteidigungstechniken. Aber leider gab es kein Buch, das sich mit diesem speziellen Thema auch nur peripher auseinandersetzt. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, das sich jährlich hunderttausendfach in unseren Diskos, Kneipen, auf Parkplätzen und in den Straßen abspielt.

Ein atavistisches Ritual zur Revier- und Territorialverteidigung. Es beginnt mit einem als zu intensiv empfundenen Blick, der zur Frage „Was guckst du so blöde?“ führt. Wenn dem anderen nicht schnell genug etwas Entschärfendes einfällt, geht es von der visuellen und verbalen Phase in die taktile über, wo geschubst, geohrfeigt, dann geschlagen usw. wird.

Während Revierverteidigung bei Hirschen, Löwen und Warzenschweinen durchaus von Forschern untersucht wurde, betrat ich – was Menschen angeht – hier Neuland, was sich schon daran erkennen ließ, dass ich erst einen Begriff für diese Gattung „Kampf“ schaffen musste. Ich nenne ihn den Ritualkampf.
Dabei entstehen durch diese „Schlägereien“ so viel Schäden, dass die Gesellschaft ein Interesse daran haben sollte, dieses Phänomen zu erforschen.

Gab es denn solche Auseinandersetzungen nicht immer? Führte der Spruch „Was fixiert er mich?“ nicht früher schon zu Duellen unter Edelleuten?

Kernspecht: Richtig, aber früher war man instinktsicherer. Noch in den 1950er und 60er Jahren kannte man seinen „Ehrenkodex“ und hörte auf, sobald das erste Blut floss. Während damals Treten als „link“ und feige galt, denkt sich heute kaum einer etwas dabei, dem schon liegenden Kontrahenten nochmal mit der „Pieke“ ins Gesicht zu treten oder mit mehreren auf einen Einzelnen loszugehen. Dadurch haben wir es immer öfter mit Tötungsdelikten zu tun.

Worauf ist dieser Niedergang der Sitten Ihrer Meinung nach zurückzuführen?

Kernspecht: Auf Alkohol- und Drogenkonsum und auf den Einfluss von verrohenden Filmen und Videos. Die Menschen kennen außerdem den Sinn der Revierverteidigungsrituale nicht mehr. Sie dienten – wie es immer noch bei den Tieren zu erkennen ist – zur Vermeidung eines Kampfes; denn das Tier weiß, dass jeder Kampf ein Verlust ist. Selbst der Sieger kann Wunden davontragen, die ihn in freier Wildbahn langfristig das Leben kosten können. Nur der heutige Mensch stolpert instinktlos geworden in die Falle der Eskalation.
Wie bei einem harmlosen Kartenspiel blufft er, obwohl sein Blatt schlecht ist. Dabei setzt er immer öfter Gesundheit und Leben aufs Spiel.

Welche Lösungen bietet Ihr Buch dazu an?

Kernspecht: Erstens Aufklärung über den genauen Ablauf und die Hintergründe der verschiedenen Phasen dieses Territorialkonfliktes und des Ritualkampfes, denn bei psychologisch richtiger Verhaltensweise ist die Eskalation in jeder Stufe zu stoppen. Intuitiv beherrschen das einige wenige Menschen, die in bewunderungswürdiger Weise selbst die gefährlichsten Situationen entschärfen können und sich nie zu schlagen brauchen. Wer das nicht kann, der muss lernen, wie man richtig guckt, richtig spricht und notfalls richtig zuschlägt.

Dazu muss man sich selbst verstehen lernen und das Gegenüber, das unbewusst in ähnlicher Weise jahrtausendealtem Verhalten folgt. Man muss sein „Ego“ genau wie auch die Auswirkungen des Flucht- und Angriffshormons Adrenalin – als da sind Denkblockade, Lähmung, trockener Mund, zitternde Knie, Tunnelblick usw. – kontrollieren können. Man muss wissen, dass der andere dieselben Symptome erlebt und man darf sie nicht mit „lähmender Angst“ verwechseln.

Spielt Angst denn bei einer Konfrontation eine so entscheidende Rolle? Die meisten Kampfsportler oder große, kräftige Personen bestreiten es doch sogar zumeist, dieses Gefühl überhaupt zu kennen.

Kernspecht: Das Adrenalin wirkt auf jeden. Jeder hat „Angst“, egal ob er es zugibt oder nicht. Entscheidend ist, damit umgehen zu lernen. Schläger haben leider den Vorteil der praktischen Erfahrung. Sie haben gelernt, sich selbst mutig und das Opfer „vor Angst gelähmt“ zu gucken und zu reden.
Dadurch, dass sie zuerst die Initiative ergreifen und den anderen anfassen oder vor die Brust schubsen, ist ihre Angst buchstäblich „auf einen Schlag“ wie weggeblasen, während der andere vor Angst wie gelähmt ist und kaum wagt, sich zu verteidigen, aus Sorge, er könne den Schläger noch wütender machen.

Viele Männer werden aber entgegnen, dass sie keine Anleitung zur Selbstverteidigung benötigen, da sie sich aus gefährlichen Situationen heraushalten. Ist Ihr Buch für die heutige Gesellschaft zeitgemäß?

Kernspecht: Leider ja. Konnte man vor 10 - 20 Jahren noch bewusst Konflikten ausweichen, indem man bestimmte Orte mied, so ist die heutige Situation ungleich gefährlicher. Das allgemein gestiegene Aggressionsverhalten lässt sich besonders auf soziale Unzufriedenheit zurückführen, die so mancher nicht verarbeiten kann, und nun andere Ventile sucht. Und bei Personen, die unter Einfluss von Drogen oder Alkohol stehen, hilft oft auch kluges Einlenken und Diplomatie nicht.
Manchmal hilft gegen Gewalt nur Gewalt.
Die Kriminalstatistik von 1999 unterstreicht dies anschaulich. Mit 6,3 Millionen Straftaten fällt diese Statistik besser aus denn je. Die Zahlen der Delikte Autodiebstahl, Mord und Raubüberfälle sind genauso wie die Ladendiebstahlszahlen sogar rückläufig. Einzig die Anzeigen wegen Körperverletzung stiegen an und zeigen ganz klar: Ein subjektives Sicherheitsempfinden kann trügerisch sein!

In Ihrem Buch gehen Sie detailliert auf die Situation Mann gegen Mann ein, für weibliche Leserinnen fehlen hingegen Hintergrundinformationen. Wieso diese Spezialisierung auf die männliche Zielgruppe?

Kernspecht: Was Frauen anbelangt, so müssen wir von zwei verschiedenen Angriffssituationen ausgehen:

  1. Der Angreifer ist eine Frau.
  2. Der Angreifer ist ein Mann.

Dass eine Frau etwa in der Disko eine andere Frau (z.B. aus Eifersucht) tätlich angreift, passiert immer häufiger. Hier handelt es sich um denselben Territorialkampf wie bei Männern.

Auch auf diesem Gebiet hat das schöne Geschlecht schnell aufgeholt, ist aber sozusagen im Zeitraffer durch die Evolution gerast und hat die Kampfvermeidungsabsicht der Rituale nicht verinnerlicht. Dadurch entstehen Kämpfe zwischen Frauen oft zu schnell, als dass man sie stoppen könnte und sind im Verlauf grausamer und bedingungsloser als zwischen Männern.

Was die Auseinandersetzung zwischen Frauen und Männern angeht, so gestaltet sich das „Vorspiel“ dort gänzlich anders und erfordert eine andere psychologische Vorbereitung, wobei die Angstbekämpfung und die rein technische Verteidigung wieder denselben Regeln folgt. Ein entsprechendes Buch für Frauen gibt es: „Verteidige Dich3 – Selbstverteidigung für Frauen

Wenn, wie Sie in Ihrem Bestseller „Vom Zweikampf“ behaupten, in einer Konfliktsituation der Sieger zu einem großen Teil bereits vor der körperlichen Auseinandersetzung durch den „Pre-Fight“ feststeht, wäre es doch sinnvoll, durch psychologische Seminare das Selbstbewusstsein so zu stärken, dass man nicht in die typische Opferrolle fällt. Wofür braucht man Selbstverteidigungstechniken?

Kernspecht: Theoretisch macht das Sinn, aber es birgt Gefahren, falls das Gegenüber sich bei diesem Pokerspiel nicht „bluffen“ lässt. Wird die Auseinandersetzung doch körperlich, fehlen die schlagkräftigen Argumente. Deshalb finden Sie in meinem Buch „BlitzDefence – Angriff ist die beste Verteidigung“ einen ganzheitlichen Ansatz der Diplomatie, Psychologie, Körpersprache, Notwehrrecht, jederzeit sichere, aber getarnte Verteidigungsposition und notfalls konsequentes körperliches Kampfunfähigmachen des Gegners stimmig einschließt. Ich beschränke mich dabei auf drei oder vier Bewegungen, die den Aggressor innerhalb von zwei Sekunden ausschalten können.

Sie sind mit dem 10. Großmeistergrad der höchstgraduierte WT-Lehrer Europas und Cheftrainer der weltgrößten Kampfkunstorganisation EWTO. Der „Spiegel“ bezeichnete Sie als den Einzigen, der jemals einen Ehrendoktor-Grad für seine Leistungen auf dem Gebiet der Selbstverteidigung verliehen bekommen hat. Haben Sie „BlitzDefence  Angriff ist die beste Verteidigung“ also spezifisch für Ihre Schüler oder generell Kampfsportler als Zielgruppe geschrieben?

Kernspecht: Ich würde mich freuen, wenn „BlitzDefence – Angriff ist die beste Verteidigung“ von allen gelesen würde, die es brauchen. Ganz besonders von Laien. Viel Unheil könnte vermieden werden, wenn jeder die rituellen Abläufe dieser unseligen „Was-guckst-du-so-blöde-willst-du-was-aufs-Maul“-Kämpfe kennen würde.

Also ist Ihr Buch eine Art Leitfaden für all diejenigen, die sich in gefährlichen Situationen verteidigen müssen?

Kernspecht: Ja, aber natürlich nur der theoretische Teil. Ohne praktische Übungen ist eine Verteidigungsfähigkeit nicht zu erreichen. Man muss ca. sechs Monate einplanen.

Nur sechs Monate? Sie sprechen von geübten Kampfsportlern?

Kernspecht: Nein, von Personen ohne Vorkenntnisse oder besondere körperliche Voraussetzungen, weil wir uns im WT aufs Notwendige spezialisieren.

Was gibt Ihnen die Sicherheit, dass Ihre Techniken wirklich im Ernstfall funktionieren?

Kernspecht: Ich habe nicht nur einige hunderttausend Schüler weltweit, sondern ich unterrichte als Gastlehrer auch die berühmtesten Eliteeinheiten der int. Polizeien bis hin zum FBI (USA). Das von mir entwickelte Programm wird seit über 25 Jahren von int.
Geiselbefreiungs- und Antiterror-Teams weltweit mit sensationellem Erfolg eingesetzt. „WT-BlitzDefence“ ist eine Weiterentwicklung meiner Strategie, die die Psychologie noch stärker berücksichtigt und sich noch schneller erlernen lässt.

Sie sprechen vom WT (WingTsun). Warum ist gerade diese Kampfkunst so gut für die Selbstverteidigung geeignet? Es gibt doch diverse Kampfsportarten, die eine effektive Selbstverteidigung versprechen. Was ist das Besondere an Ihrem System?

Kernspecht: WT ist auf die reine Selbstverteidigung spezialisiert. WT ist kein Sport, ist nicht durch sportliche Regeln entschärft, ist realistischer Nahkampf in Vollendung, kennt keine effekthaschenden Showtechniken, erfordert keine Akrobatik und Körperkraft, sondern wurde ursprünglich von chinesischen Kämpferinnen geschaffen, um Männer in tödlichen Kämpfen zu besiegen.
Und „WT-BlitzDefence“ ist die spezifische Antwort auf das Macho-Ritualkampf-Problem.

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